Manchmal beginnt Entwicklung ganz leise – mit ein paar Bausteinen und einem Kind, das nicht aufgibt.

Anfang Februar haben wir mit unseren Partnerinnen der Organisation Centro de Convivência Gêneses in Jaraguá, Brasilien, ein ganz besonderes RoboTec Pilotprojekt gestartet.

Begleitet von Zuleika Souza, Leiterin der Organisation, RoboTec-Tutorin und Initiatorin dieses Pilots, arbeiten Kinder mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) in kleinen Gruppen mit mechanischen Fischertechnik Baukästen. Dabei entdecken sie nicht nur das Konstruieren und erste Zugänge zu Mechanik, sondern vor allem sich selbst.

Die Psychologin Tatilaine Soares de Souza Cristo begleitet das Projekt in Form von regelmäßigen Projektbesuchen und Feedbackgesprächen. Sie beschreibt den für diese Kinder gestalteten Raum als „sicher, strukturiert und wertschätzend“. Ein Ort, an dem die Kinder in ihrem eigenen Tempo lernen – und sich wirklich einbringen.

In einem Interview hat Tatilaine uns ganz besondere Einblicke in das Wirken dieses Projektes geschenkt.

Dranbleiben, auch wenn es schwer wird

Theodoro und Rafael versuchen, eine Leiter zu bauen. Es klappt nicht sofort, aber sie probieren weiter. Schritt für Schritt.

Was bleibt, ist nicht nur das fertige Ergebnis – sondern die Erfahrung: Ich kann das schaffen. Solche Momente von Ausdauer und Stolz sind zentral für unsere Bildungsarbeit in Brasilien. Denn genau hier entsteht Selbstwirksamkeit.

Mehr als Technik

Natürlich geht es auch um Technik und kreatives Problemlösen. Aber mindestens genauso wichtig ist das, was dazwischen passiert: Die Kinder beobachten sich, helfen sich, kommen ins Gespräch. Ganz selbstverständlich entsteht ein Miteinander, das von Respekt und Neugier geprägt ist.

Für die Psychologin Tatilaine Soares wird dabei etwas besonders sichtbar: Die Kinder unterstützen sich „auf natürliche Weise“ – es entsteht echte Verbindung.

Ein Raum, der Entwicklung möglich macht

Vinicius baut einen Lastwagen – und spielt danach voller Stolz damit. Heloisa entwickelt eigene Ideen, ganz frei.

Für die Psychologin zeigt sich hier, was solche Projekte bewirken können:
Kinder bekommen einen Raum, „in dem sie wachsen, sich ausdrücken und ihre inneren Welten sichtbar machen können“.

Genau das ist der Kern unserer Bildungsprojekte in Brasilien: Kinder stärken und ihnen Zukunftsperspektiven eröffnen.

Wir wollen ihnen zeigen: Du kannst etwas. Und genau das beginnt hier sichtbar zu werden.

Von Larissa Loderer