MIT UNSEREM AUFKLÄRUNGSPROJEKT ERREICHEN WIR GANZE STADTVIERTEL IN RIO

Projekt Heroís contra Dengue

Der Kampf der „Helden gegen Dengue“ (Heroís contra Dengue) ist ein Aufklärungs- und Bekämpfungsprojekt gegen das Dengue-Fieber , aber mittlerweile auch gegen die Seuchen Gelbfieber, Zikafieber und Chikungunyafieber.
Jugendliche an vier verschiedenen Standorten werden mittels von IRESO entwickelnden Massive open online Course (MOOCs) über alle Aspekte dieser Seuchen unterrichtet. Mit diesem Wissen gehen die Jugendlichen in ihren Kommunen von Haus zu Haus, auf Veranstaltungen, in Schulen und klären ihre Mitbewohner über die Möglichkeiten auf, Infektionen mit dem jeweiligen Fieber zu vermeiden. Sie fungieren als Multiplikatoren.

Ein globales Problem: 50-100 millionen Dengue-Infektionen

Dengue – eine weltweite Erkrankung

Das Dengue-Fieber ist eine Virusinfektion. Die Dengue-Viren werden durch die ägyptische Tigermücke (Aedes aegypti) übertragen. Die WHO schätzt die Zahl der Dengue-Erkrankungen global auf etwa 50 bis 100 Millionen pro Jahr. Mehrere  hunderttausend Erkrankungen verlaufen in der schweren, hämorrhagischen (blutigen) Form, bei der es zu  dem so genannten Dengue-Schocksyndrom kommen kann. Die Sterblichkeit liegt dabei zwischen sechs und 30 Prozent. Vor allem Kinder unter 15 Jahren sind hiervon betroffen. Rio de Janeiro ist in Brasilien ein Brennpunkt des Dengue- Fiebers. Die Stadt wird immer wieder von schweren Epidemien heimgesucht.
Die Tiger-Mücke überträgt gefährliche Krankheiten

Aufklärung hat Priorität

Achtlos weggeworfener Müll ist für die Ausbreitung des Dengue-Fiebers in städtischen Gebieten zu einem hohen Anteil mitverantwortlich. Wasser sammelt sich in Bechern, Flaschen, Verpackungen und alten Reifen. In diesem Wasser vermehren sich die Moskitos. Erschwerend kommt die Unwissenheit der Bevölkerung über die Symptomatik und den Verlauf der Erkrankung hinzu. Deshalb ist eine der vordringlichsten Aufgaben zur Bekämpfung der Erkrankung, die Bevölkerung  aufzuklären. Durch Aufklärung können bis zu 80 Prozent der Infektionen verhindert werden.

Müll in den Straßen ist ein idealer Nährboden für Mücken

Weltweit 500 millionen durch Stechmücken übertragene Virusinfektionen

Brasilien wird immer wieder durch verheerenden Epidemien tropischer Krankheiten heimgesucht. In Erinnerung sind die 2016 in Brasilien geborenen Kinder mit der gravierenden Missbildung der Mikrozephalie (Kleinköpfigkeit). Es sind ca. 8.000 Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft durch Stechmücken mit dem Virus des Zika-Fiebers infiziert worden waren. Sie bleiben lebenslang Pflegefälle.
2014 grassierte eine schwere Dengue-Fieber Epidemie und aktuell verbreitet sich der Gelbfiebervirus besonders schnell. Der Staat Rio de Janeiro ist ein immer wiederkehrender Brennpunkt dieser Epidemien. Bei allen diesen Erkrankungen sind Moskitos der Spezies „Aedes Aegypti“ und „Aedes Albopictus“ die Überträger der jeweiligen Viren. Außer für Gelbfieber gibt es keine Impfung. Eine ursächliche Behandlung der Krankheiten durch Medikamente ist nicht möglich. Es bleiben nur symptomatische Behandlungen übrig. Neben den persönlichen Tragödien bei den tödlichen Verläufen sind die Erkrankungen mit teils wochen- und monatelanger Arbeitsunfähigkeit verbunden. Der Absturz in die totale Armut und Obdachlosigkeit ist dann vorgezeichnet.

Hier lernen die Dengue-Helden mikroskopieren
Mit diesen Plakaten werden die neuen Dengue-Helden an den Schulen gesucht

Im Gedenken an die 4-jährige Janine

Der Auslöser war für den Initiator des „Herois contra Dengue“ Projektes , Dr. Norbert Lehmann ein sehr trauriger: In der Favela in der er während seiner Rio Aufenthalte wohnte, verstarb im April 2010 die 4-jährige Janine. Ein fröhliches und vorwitziges Mädchen aus der Nachbarschaft. Sie verblutete innerlich am sogenannten hämorrhagischen Denguefieber in den Armen ihrer Mutter –  in der Schlange der Wartenden vor dem Krankenhaus. Wäre die Mutter aufgeklärt gewesen, hätte sie viel früher reagieren und ihr Kind sofort einer ärztlichen Behandlung zuführen können.
Der Tod des Mädchens war vermeidbar. Die Bilder des toten Mädchens und ihrer trauernden Mutter ließen Dr. Norbert Lehmann nie mehr los. Seit dieser Zeit arbeitet er an der Verwirklichung des Dengue Aufklärungsprojektes.

UNSERE PROJEKTPARTNER VOR ORT

Unser Projektpartner in der Favela da Maré von Rio de Janeiro ist die „Redes da Maré“, eine brasilianische Nichtregierungsorganisation (NGO) im Favela-Komplex „Maré“. In der Maré wohnen auf 6 km2 etwa 130.000 Menschen. In der Gemeinde „Nova Holanda” gründete im Jahr 2003 Dr. Eliana Souza Silva, die heutige Direktorin, das Sozialzentrum „Redes da Maré“. Dessen Ziel ist es, durch Schul- und Berufsausbildung sowie Gemeinschaftsaktivitäten eine Stärkung der Zivilgesellschaft zu erreichen.

Diese Partner haben die Finanzierung des Projektes „Herois contra Dengue“
für 2018 ermöglicht

WISSENSCHAFTLICHE BERATER

Prof. Renata Campos (Virologin) Staatliche Universität Rio de Janeiro

 

Prof. Davis Ferreira (Virologe) North Carolina State University

 

Dr. Anna-Katherina Lenz (Universität Fundacao Getulio Vargas RJ)

 

Prof. Norbert Becker (Diphterologe) KABS, Universität Heidelberg Prof. Jonas Schmidt-Chanasit (Virologe) Bernhard-Nocht-Institut

HELFEN SIE UNS UND GEBEN SIE BENACHTEILIGTEN KINDERN EINE CHANCE!