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Mit großer Begeisterung machte Gabriel sich daran, ein Gebäude zu bauen, das bis in den Himmel – oder zumindest bis an die Decke reichen sollte. Für dieses ehrgeizige Vorhaben holte er sich Unterstützung von Clara und Miguel aus unserer Fortgeschrittenengruppe. Gemeinsam tüftelten sie an seiner Idee – und als der Turm schließlich stand, war Gabriels Freude ansteckend und inspirierte auch die anderen Kinder. Aus Gabriels hohem Gebäude formte Mateus eine Brücke, was Gabriel mindestens genauso begeisterte. Immer wieder wollte er darunter hindurchgehen.
Gabriel ist ein Junge im Autismus-Spektrum mit erhöhtem Unterstützungsbedarf. Unsere Tutorin Zuleika Soares begleitet ihn von Beginn an und berichtet, wie sehr er das Projekt liebt. Immer wieder sagt er voller Überzeugung: „Ich bin ein Fan von RoboTec.“ Selbst an den Tagen zwischen den Treffen fragt er, wann er endlich wiederkommen darf.
Für Zuleika ist deutlich spürbar, was dieses Projekt für ihn bedeutet: RoboTec ist für Gabriel weit mehr als ein Lernangebot. Es ist ein Ort, an dem er frei gestalten, seine Fähigkeiten entdecken und sich als Teil einer Gemeinschaft erleben kann.
Kinder im Autismus-Spektrum erleben die Welt oft anders. Besonders Kinder mit höherem Unterstützungsbedarf können im Alltag vor Herausforderungen stehen, die für andere selbstverständlich erscheinen – etwa in der Kommunikation, im sozialen Miteinander oder im Umgang mit Veränderungen und Reizen. Umso bedeutsamer sind Orte, an denen sie sich sicher fühlen, ihre Stärken entfalten und eigene Ideen verwirklichen können. Bei unseren Partnern der Organisation Centro de Convivência Gêneses in Jaraguá wurde mit unserem RoboTec-Pilotprojekt für Kinder im Autismus-Spektrum ein solcher Raum geschaffen.
Genau das möchten wir mit unseren Bildungsprojekten in Brasilien fördern: Räume schaffen, in denen Kinder Selbstvertrauen entwickeln, ihre Stärken entfalten und erleben, dass ihre Ideen zählen – unabhängig davon, welche Voraussetzungen sie mitbringen.
* Zum Schutz der Privatsphäre der Kinder wurden ihre Namen geändert.
Von Larissa Loderer